«Photovoltaik wird die wichtigste Stromquelle der Zukunft. Wir setzen schon lange darauf.»

David Galeuchet, SolarMarkt GmbH, Aarau

«Sonnenernergie steht uns seit einer Ewigkeit kostenlos zur und unerschöpflich Verfügung, sie zu nutzen zeugt von der Intelligenz der Menschheit»

Edi Schibli, kabeltechnik swiss ag, Schinznach-Dorf

«Erneuerbare Energie aus der Schweiz, für die Schweiz, schafft Arbeitsplätze in der Region und macht uns unabhängig-»

Urs Imboden, Elektro Imboden AG, Mellingen

Ja zum revidierten Energiegesetz des Kanton Aargau

Die Revision des kantonalen Energiegesetzes vom Dienstag, 3. März 2020 ist wichtig für das Gewerbe und das Klima. Mit den neuen gesetzlichen Anforderungen an die Gebäude hat der Kanton Aargau die Möglichkeit, die Weichen für die Energiewende zu stellen - weg von fossilen Energieträgern aus dem Ausland, hin zu erneuerbaren Energien aus der Region.


Die AEE SUISSE setzt sich mit Ihren Mitgliedern und gemeinsam mit der Neue Energie Aargau dafür ein, dass der Grossrat das neue Energiegesetz annimmt.

Warum braucht der Kanton Aargau ein neues Energiegesetz?

Langfristig ist die erneuerbare Energieversorgung günstiger, sicherer und ökologischer als die bisherige Energieversorgung die grösstenteils auf Erdölprodukten beruht.

Günstiger

Die sparsame und effiziente Verwendung erneuerbarer Energie lohnt sich. Die Investitionskosten steigen zwar bei der Nutzung erneuerbarer Energie, doch nehmen Unterhalts- und Nebenkosten der Gebäude ab. Das rechnet sich.

Sicherer

Die langfristige Beschaffung von Energie aus regionalen Energiequellen wie Wasser, Sonne und Umgebungswärme ist sicherer bereit zu stellen, als der Import von fossilen Energieträgern aus erdölfördernden Ländern. Damit die regionalen Wertschöpfungsketten aufgebaut und funktionieren können, braucht es ein verbindliches Energiegesetz.

Ökologischer

Die natürlichen Ressourcen und die Umwelt werden durch den Einsatz erneuerbarer Energie geschont. Damit werden Kosten vermieden, welche indirekt über die Allgemeinheit bezahlt werden müssten.

 

Da die Kantone zuständig sind für die Gebäude, obliegt es ihnen, deren Energieverbrauch zu regulieren. Darüber hinaus sind die Gebäude anteilsmässig mit dem Verkehr die grössten Energieverbraucher der Schweiz und damit auch die grössten Emittenten von CO2.

 

Welche Änderungen bringt das neue Energiegesetz?

Das revidierte Energiegesetz wird folgende wesentliche Änderungen im Gebäudebereich bringen. Allenfalls werden in der zweiten Lesung noch inhaltliche Änderungen vorgenommen:

  • Wärmenutzung in Gebäuden & Gebäudetechnik
    Gebäude sollen effizient und sparsam im Energieverbrauch sein und wo möglich erneuerbare Energie nutzen. Neubauten müssen strengere Grenzwerte einhalten die aber nach heutigen Massstäben einfach erreicht werden können.
  • Elektroheizungen
    Zentrale Elektroheizungen dürfen nicht eins zu eins ersetzt werden. Der Grund dafür ist, dass dieselbe Wärmemenge mit Wärmepumpen viel effizienter bereitgestellt werden kann.
  • Eigenstromerzeugung
    Neubauten müssen einen Teil ihrer Energie selber erzeugen. Wer sich an einer gemeinschaftlichen Anlage beteiligt, kann von dieser Pflicht befreit werden.
  • Heizungsersatz
    Wer seine Heizung ersetzt, muss künftig mindestens 10% der Energie durch erneuerbare Energie bereitstellen. Das kann geschehen durch Effizienzmassnahmen, alternative Technologien oder durch die Beimischung von Biogas, falls z.Bsp. Erdgas verwendet wird.
  • Gebäudeautomation
    Neue Verwaltungs- & Verkaufsgebäude sowie Restaurants werden mit einer Gebäudeautomation ausgerüstet, damit eine effiziente Nutzung stattfinden kann.

Was machen die anderen Kantone?

Im Zuge der Revision des nationalen Energiegesetzes von 2017 überarbeiten alle Kantone ihre Energiegesetze. Bis heute haben zwölf Kantone eine Revision vorgenommen. Im Jahr 2020 revidieren 14 Kantone ihre Energiegesetze. Im Februar 2020 hat der Kanton Graubünden einen Grossteil der MuKEn 2014 übernommen. Der Kanton Thurgau hat seit Dezember 2019 ein modernes Energiegesetz.

Die Revision der Energiegesetze orientiert sich an den Mustervorschriften der Kantone (MuKEn 2014). Die MuKEn 2014 wurden erarbeitet von der Konferenz der kantonalen Energiedirektoren um eine grösstmögliche Harmonisierung der kantonalen Energiegesetze zu erreichen.

 

Trotz den Bemühungen, die kantonalen Energiegesetze mit den MuKEn zu harmonisieren, ist die Vergleichbarkeit zwischen den Kantonen nur bedingt gegeben. Alle Kantone nehmen individuelle Änderungen vor. So hat der Kanton Fribourg zum Beispiel die MuKEn 2014 grösstenteils übernommen, kennt aber kein Verbot von Elektroheizungen während der Kanton Bern die Revision abgelehnt hat und Elektroheizungen aber bereits im bestehenden Gesetz verboten hat.

Festzuhalten ist, dass alle neuen Gesetzesartikel bereits in anderen Kantonen umgesetzt sind und sich in der Praxis bewährt haben.